Interessante Zeiten – Leben und Werk von Eric Hobsbawm: Diskussion mit Prof. Mario Keßler 11.11.2020

Eric Hobsbawm (1917-2012) gehörte zu den bekanntesten und zugleich kontroversesten Historikern Großbritanniens. Sein Buchtitel „Zeitalter der Extreme“ wurde zum geflügelten Wort, um das 20. Jahrhundert zu beschreiben. Hobsbawm war dissident im mehrfachen Sinne: Er begann seine Laufbahn als linientreuer Kommunist, allerdings passten bereits seine frühen Schriften über Banditen und Sozialrebellen Ende der 1950er Jahre weder ins Schema des orthodoxen Marxismus-Leninismus noch in den Kanon der „bürgerlichen“ Geschichtswissenschaft. Hobswawm prägte die New Labour History ebenso wie die Neue Linke. Obwohl er anders als viele seiner Kollegen der „Communist Party Historians Group“ die Britische Kommunistische Partei bis zu ihrer Auflösung 1991 nicht verließ, hatte er seinen größten politischen Einfluss in der sozialdemokratische Labour-Partei – was nicht allen gefiel. Kritiker warfen Hobsbawm vor, sich nur spät und zögerlich vom Stalinismus distanziert zu haben, eine Debatte die im Presseecho um die von Richard Evans verfasste Hobsbawm-Biographie bis heute nachhallt.

Mit Prof. Mario Keßler, Historiker am ZZF Potsdam mit den Schwerpunkten Kommunismusgeschichte, Exilforschung und Ideengeschichte, wollen wir über Leben und Werk Hobsbawms und das britische Pressecho auf Evans Hobsbawm-Biographie reden.

Ort & Zeit: 11. November 2020, 18 Uhr – Die Veranstaltung findet im Online-Format statt.

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